| Die Stadt Ferlach |
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Die östlich und westlich Ferlachs zur Drau fließenden Karawankenbäche (Loibl- und Waidischer Bach) begünstigten den Betrieb einiger Mühlen in Ferlach und Unterferlach und bildeten auch die Voraussetzung für die Entstehung und den Aufschwung eines eisenverarbeitenden Gewerbes. In seinen Anfängen (Draht- und Nagelschmieden) reicht es bereits ins 15. Jahrhundert zurück, vermehrte Hinweise auf Schmieden des 16. Jahrhunderts deuten auf die Entstehung des für Ferlach so bedeutsamen Büchsenmachergewerbes hin. Der erste namentlich überlieferte Büchsenmacher war der 1551 in Reßnig arbeitende „Puchsenschiffter“ Hanns Glawitsch. Seit der Mitte des 16. Jahrhunderts nahm das Büchsenmachergewerbe einen steten Aufschwung, der Vertrieb der Ferlacher Gewehre erfolgte zunächst hauptsächlich in dem an der Loiblstraße gelegenen Kirschentheuer, wo sich 1638 auf Betreiben Sigmund Ludwigs von Dietrichstein der aus Langenenslingen in Vorderösterreich (heute Baden – Württembergs) gebürtige und zuvor in den Diensten der Kärntner Landstände nachweisbare Hans Schmidt niederließ. Die von Hans Schmidt 1628 für Erzherzog Leopold V., Regent von Tirol, gefertigte Radschlossbüchse gilt als die erlesenste ihrer Art. Die seit 1631 verpflichtend aufgetragenen Kontrollen (seit 1882 gab es die staatliche Probieranstalt) der Ferlacher Gewehre samt Stempelung mit dem Gütezeichen legten den Grundstein für den späteren Weltruf der Ferlacher Waffen. Seit 1. November 1638 gab es den 1. Beschaumeister, und zwar war das der berühmte Büchsenschäfter Hans Schmidt von und zu Helding. Verarbeitet wurde vorwiegend Kärntner Eisen, Nuss- und Buchenholz für die Schäfte. Kennzeichnend für die Ferlacher Gewehrerzeuger waren Handarbeit und Hausindustrie (d. h. eine Feuerwaffe durchlief bis zu ihrer Fertigstellung mehrere Meisterhände), den Verlag besorgten die Herrschaften Dietrichstein und ortsansässige Lieferanten. Zusammen gab es damals in diesem Gebiet 247 Meister, die als Rohrschmied, Schlossmacher, Schlossputzer, Rohrausmacher, Zeugmacher, Polier und Schäfter aufschienen. Seine Blütezeit erlebte das Ferlacher Büchsenmachergewerbe im 18. Jahrhundert, als der feststellbare Anteil an Heeresbewaffnung in der Maria-Theresianischen-Zeit (1740–1780) seien größtes Ausmaß erreicht. Neben der Versorgung des österreichischen Heeres wurden Ferlacher Waffen auch exportiert. Die Zeughäuser in Wien, Graz, Klagenfurt und Laibach wurden ebenso mit Ferlacher Gewehren beliefert wie Ungarn, Kroatien, Slawonien, Siebenbürgen, Venedig, das Banat und die Städte Varasdin, Esseg, Peterwardein, Selmin, Marburg, Triest, Temesvar, etc. Hatte man in Ferlach schon immer neben der Erzeugung von Militärwaffen auch jene von Jagdwaffen betrieben, so verstärkt sich diese Tendenz im 19. Jahrhundert zusehends. Dadurch wurde der heutige Weltruf der Ferlacher Jagdwaffe begründet. Einen für die Entwicklung und Sicherung des Büchsenmacherhandwerks zukunftsorientierten Schritt stellte die 1878 erfolgte Gründung einer „k.k Fachschule für Gewehrindustrie“ (HTBL Ferlach) in Ferlach dar. Mit der 1885 ins Leben gerufenen neuen Genossenschaft und der Errichtung eines Maschinenhauses wurden auch arbeitstechnisch die Weichen in die Zukunft gestellt. Heute werden Ferlacher Jagdwaffe in alle Welt exportiert. Im Jahre 1906, dem Beginn des Baues eines Anschlusses an die Karawankenbahn auf der Strecke Ferlach – Weizelsdorf, reift eine andere Entscheidung heran: Bereits 1879 hatte Gustav Voigt von Paul Mühlbacher jene Hammerwerke, Drahtzüge und eine Nagelschmiede in Ferlach und Umgebung (Waidisch) erworben, die die Familie Huebmershofen (seit 1738 von Silbernagel) 1692 von den Reichsgrafen von Dietrichstein übernommen und zu einer gewissen Blüte gebracht hatte. Nach der Erwerbung des ehemals im Besitz der Familie Benaglio befindlichen Unterloibler Werkes (1880) lag der Schwerpunkt des Voigtschen Unternehmens seit 1881 in Ferlach; 1906 wurde es zur „Kärntnerischen Eisen- und Stahlwerks-A.G.“ (KESTAG) umgestaltet. Die eisenverarbeitende Industrie ist auch heute noch ein wichtiges wirtschaftliches Standbein Ferlachs. Im 20. Jahrhundert entwickelte sich Ferlach rasch zur Stadt Nach der für Kärnten und Österreich erfolgreich verlaufenen Volksabstimmung am 10. Oktober 1920, bei der sich ca. drei Viertel der Ferlacher Bevölkerung für einen Verbleib Südkärntens bei Österreich ausgesprochen hatten – Ferlach war eines der Zentren der jugoslawischen Besetzung gewesen -, wurde der Markt Ferlach auf Grund eines Landesgesetzes von 1930 mit Wirksamkeit vom 10. Oktober 1930 zur Stadt erhoben. Ferlach heuteDie Einwohnerzahl beträgt 7.621 lt. Einwohner - Volkszählung 2001 (800 Nebenwohnsitze) Unternehmen und Einrichtungen in der Gemeinde FerlachBüchsenmacher- u. Jagdmuseum, HTBL Ferlach, eine Hauptschule, zwei Volksschulen, zwei Kindergärten, Tscheppaschlucht mit Tschaukofall, Strandbad Reßnig, Wasserwerk, Müllabfuhr, Kanalisation, Stadtbücherei, etc. SehenswürdigkeitenBüchsenmacher- u. Jagdmuseum mit Sonderausstellung "Mythos Jagd - Sammlung Horten" im Ferlacher Schloss, älteste noch im Betrieb befindliche Gesenkschmiede europaweit, "Carnica"-Bienenmuseum in Kirschentheuer, Nostalgiebahn, Museum für Technik und Verkehr "Historama". Geographische AngabenSeehöhe: 466 m Fluss: Drau Tal: Rosental |
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